Niederbergisches Museum Wülfrath

Viele Besucherinnen und Besucher verbinden das Niederbergische Museum in Wülfrath mit der Bergischen Kaffeetafel. Doch so viel mehr verbirgt sich hinter dem Museum an der Bergstraße.

Der Trägerverein Niederbergisches Museum Wülfrath e.V. wurde von engagierten Wülfrather und Wülfratherinnen 2006 ins Leben gerufen, nachdem ein Jahr zuvor das geologische und volkskundliche Museum der Stadt aus finanziellen Gründen geschlossen wurde. Der Trägerverein hat es sich zur Aufgabe gemacht, das 1913 gegründete Museum in bewährter Form weiter zu betreiben und offen und transparent Geschichte erlebbar zu machen. 


Kernpunkt der Museumsarbeit ist die Präsentation der „Bergischen Kaffeetafel“.
Das Kaminzimmer mit Möbeln wie Vitrinen, „Schöttelborden“, Eichentruhen, Standuhr und Gerätschaften aus dem 19. Jahrhundert lädt heute wie früher zur „Bergischen Kaffeetafel“ mit allem „Drum un’ Dran“ ein. Im originalgetreu eingerichteten bäuerlichen Herdraum wird bei knisterndem Kaminfeuer die Bergische Kaffeetafel zelebriert. Auf den eichernen Bauerntischen stehen Korinthenweißbrot, Milchreisbrei, Bienenhonig, bergisches Schwarzbrot, Quark, Butter, Waffeln, Zucker und Zimt zum Verzehr bereit. Das Glanzstück der Kaffeetafel ist und war die Bergische Kaffeekanne aus Zinn, die Dröppelmina. Hergestellt wurde sie in der museumseigenen alten Zinngießerwerkstatt „Barkhaus“.

 

In Verbindung mit dieser Bergischen Kaffeetafel findet ein Rundgang mit einer Moderation durch die 18 Ausstellungsräume statt, in denen das Leben und Arbeiten in der Landwirtschaft und im Handwerk in der niederbergischen Region des 19. Jahrhunderts sowie die industriellen Abbaumethoden der Wülfrather Kalkindustrie dargestellt werden. Das Niederbergische Museum präsentiert seine große Sammlung, zu der liebevoll gestaltete Möbel, Wohnräume, Werkstätten, Werkzeuge und Dinge des täglichen Lebens gehören, charmant und ohne Distanz zum Besucher.

 

Der Rundgang führt Sie durch die regionale Erd- und Frühgeschichte, in die bäuerliche Wohn- und Arbeitswelt und zeigt zum Beispiel, wie auf den Höfen Brot gebacken wurde und welcher Hilfsmittel man sich dabei bediente. Die Zutaten für den Brotteig kamen in eine Backkiste. Da die Menge zu groß war, um sie mit den Händen verkneten zu können, holte man sich Hilfe durch einen Teigtreter, der die Aufgabe hatte, die Masse aus Rohprodukten mit den Füßen zu einem geschmeidigen Teig zu vermengen.

Ein Schlafzimmer gibt Aufschluss darüber, wie man sich bettete und wozu die „hohe Kante“ am Kopfende diente. Im ersten Stockwerk befindet sich neben der Zinngießerei auch eine historische Apotheke und eine alte Hausweberei, die das regionale Textilhandwerk prägte.


Neben dem museumspädagogischen Programm bieten einige Räume ein schönes Ambiente für Veranstaltungen wie z.B. ein Konzert, Theater, Lesung, Seminar oder eine standesamtliche Trauung.

 

Um diese vielfältigen Aufgaben umsetzen zu können, bedarf es einer großen Zahl helfender Hände. Ohne das übergroße Engagement von rund 70 ehrenamtlichen Helfern und Helferinnen könnte dieses nicht gelingen. Neben den individuell terminierten Bergischen Kaffeetafeln ist das Niederbergische Museum mittwochs, samstags und sonntags jeweils von 14:30 – 17 Uhr kostenfrei geöffnet.

Uli Erbach, TV Niederbergisches Museum Wülfrath e.V.
Uli Erbach, TV Niederbergisches Museum Wülfrath e.V.
Uli Erbach, TV Niederbergisches Museum Wülfrath e.V.
Uli Erbach, TV Niederbergisches Museum Wülfrath e.V.

Beitrag zum Themenjahr

Alles Zinn 
Zinngegenstände – das traditionelle
Zinnhandwerk – der eigenartige
Werkstoff Zinn und seine
Verarbeitungstechniken
Ausstellung

27. September - 24. November 2019
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Information

Niederbergisches Museum
Wülfrath
Bergstraße 22
42489 Wülfrath


Besucherdienst
Tel. 0 20 58 - 7 82 66 90
niederbergischesmuseum@gmx.de
www.niederbergisches-museum.de

Öffnungszeiten
Mi, Sa und So 14:30 – 17 Uhr

 

Das Museum ist im Erdgeschoss barrierefrei, eine behindertengerechte Toilette ist vorhanden.